Die Internationale Datumsgrenze: Wo ein neuer Tag beginnt

    Was ist die Internationale Datumsgrenze? Warum verläuft sie im Zickzack? Alles über die imaginäre Linie, an der sich das Datum ändert.

    Die Internationale Datumsgrenze (International Date Line, IDL) ist eine imaginäre Linie im Pazifischen Ozean, an der sich das Kalenderdatum ändert. Wer sie von West nach Ost überquert, springt einen Tag zurück – von Ost nach West einen Tag vor.

    Warum verläuft die Datumsgrenze im Zickzack?

    Theoretisch sollte die Datumsgrenze exakt dem 180. Längengrad folgen. In der Praxis weicht sie jedoch ab, um Inselstaaten und Territorien nicht zu teilen:

    • Russland (Tschukotka): Die Linie weicht nach Osten aus, damit ganz Russland auf derselben Seite liegt
    • Kiribati: 1995 verschob Kiribati die Datumsgrenze, um alle Inseln auf denselben Tag zu bringen. Die Line Islands waren damit die ersten, die das Jahr 2000 begrüßten
    • Samoa: 2011 wechselte Samoa von der östlichen auf die westliche Seite und übersprang dabei den 30. Dezember komplett

    UTC+12 bis UTC-12: Wie hängt alles zusammen?

    Die Datumsgrenze liegt ungefähr dort, wo UTC+12 und UTC-12 aufeinandertreffen. An diesem Punkt ist es in beiden Zeitzonen die gleiche Uhrzeit, aber ein anderer Tag. Einige Gebiete nutzen sogar UTC+13 oder UTC+14:

    • Tonga: UTC+13
    • Line Islands (Kiribati): UTC+14 – der früheste Ort der Welt

    Kuriose Fakten zur Datumsgrenze

    • Es ist möglich, zweimal denselben Tag zu erleben, wenn man die Linie überquert
    • Flüge über den Pazifik „kommen manchmal vor der Abflugzeit an"
    • Die Datumsgrenze ist kein internationales Gesetz – jedes Land entscheidet selbst, welche Zeitzone es nutzt
    • Die Diomedes-Inseln (USA/Russland) liegen nur 3,8 km auseinander, aber 21 Stunden Zeitunterschied